Dabei ist Armenien nicht der einzige Abnehmer deutscher Waren. Die Exporteinnahmen deutscher Firmen nach Kasachstan sind etwa um 210 Prozent gestiegen im Vergleich zu 2018 bis 2020, das gilt besonders für deutsche Maschinenbauer, die ein Plus von 297 Prozent verzeichnen. Noch kräftiger ist der Anstieg bei Kirgistan: Es beträgt satte 1157 Prozent.
Ob die deutschen Exportwarten tatsächlich nach Russland weiterexportiert werden, lässt sich nur schwer nachweisen. Armenien und Kasachstan gehören der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion unter der Führung Moskaus an. Hier werden nur eingeschränkt Zollkontrollen an den Grenzen durchgeführt.
"Viel zu viele Lücken im Sanktionsregime"
Hinzu kommt noch die Türkei: Während die EU den Export bestimmter Kugellager nach Russland verboten hat, sind die Lieferungen aus der Türkei um mehr als das Fünfzigfache gestiegen. Gleichzeitig hat das Land seine Kugellager-Einfuhren aus Deutschland merklich hochgefahren. Gleiches gilt für Schmieröle.
Fakt ist: “Es gibt einfach viel zu viele Lücken im Sanktionsregime”, sagt Wirtschaftsexperte Gabriel Felbermayr, Chef des WIFO-Instituts. Abseits der EU und der USA beteiligen sich kaum Staaten an den Strafmaßnahmen. Deshalb falle die Wirkung “viel geringer aus, als bei den umfassenden Embargos gegen Nordkorea oder Kuba”. Somit seien die Sanktionen “als Waffen stumpf”.
Quelle: https://exxpress.at/auf-umwegen-nach-moskau-deutsche-exporte-in-russlands-nachbarstaaten-boomen/
